Viele werden es längst schon bemerkt haben: Eine Gitarre reagiert empfindlich auf Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit.
Im Winter beginnt die Luft unserer Wohnungen, Übungsräume und Studios auszutrocknen. Es äußert
sich zunächst als leicht verändertes Spielgefühl und kann in einer Katastrophe enden. Wird die Gitarre in einer zu
heißen oder zu kalten Umgebung gehalten (wie im Kofferraum Deines Autos im Sommer - oder im Winter!) können
die Folgen verheerend sein! Nur wenige Stunden Hitze reichen aus, um den Kleber, der Deine Gitarre zusammenhält,
aufzulösen. Deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, die Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Nähe Deiner
Gitarre immer im Auge zu behalten und - wenn nötig - zu regulieren.
Wie weiß ich, ob meine Gitarre zu trocken ist?Das erste Zeichen von Trockenheit merkst Du beim Spielen: Die Gitarre „fühlt“ sich anders an. Das liegt daran, dass
Holz lebt, auch wenn es vor 50 Jahren geschlagen und sorgfältig getrocknet wurde. Es dehnt sich dennoch bei zunehmendem
Feuchtigkeitsgehalt aus oder zieht sich bei Trockenheit zusammen. Sogar minimale Änderungen wirken
sich auf das Spielverhalten, „die Action“ aus. Entweder fangen die Saiten an zu schnarren oder sie heben sich zu hoch
über dem Griffbrett ab, wodurch die Gitarre sich „schwerer“ spielen läßt und sich auch verstimmt. Die Enden der Bundstäbchen
fühlen sich dann scharf an (durch das Schrumpfen des Griffbretts). Das kann sogar zu Verletzungen führen,
wenn Du nicht spätestens jetzt Deine Gitarre zur Reparatur gibst. Wenn die Gitarre extrem trocken wird, beginnt das
Holz der Decke oder des Bodens sich konkav zu wölben (Decke und Boden von Acoustics sind normalerweise, auch
bei „Flat-tops“ leicht konvex gewölbt) und schließlich zu reißen. All dies gilt auch für Solid-Bodies, aber Acoustics sind
noch wesentlich empfindlicher. Hier folgt eine Liste von Symptomen, die bei Trockenheit auftreten:
- Risse in Bauteilen: Steg/Saitenhalter, Hals, Decke, Boden, Zarge
- Scharfe Bund-Enden
- Verdrehter Hals
- Sich-lockernde Verstrebungen
- Nachlassen der Klebekraft des Leims
- Aufgeplatzte Lackierung
- Schnarrende Saiten
- Intonations- und Stimmprobleme
- Bei einer Electric treten Risse zuerst im Lack und im Griffbrett auf.
- Bei einer Acoustic können Decke, Boden, Zarge, Steg, Griffbrett und Lack reißen.
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